Biographie
Stand September 2013
Elbow kommen aus Bury bei Manchester und existieren bereits seit ca. 1990. Guy hatte vorher, (wenn ich ihn bei
seiner Payola-Show bei XFM richtig verstanden habe) bei einer Band namens Synoptic Reverb Schlagzeug (!)
gespielt.
Mark Potter hatte Guy mal im Auto mitgenommen und hörte, wie er bei einem REM-Lied mitsang. Darauf bot er
ihm den Sängerjob in seiner Band an. Die Band nannte sich zunächst Mr. Soft (wie Guy erwähnte allerdings
NICHT nach dem gleichnamigen Titel von Cockney Rebel) später dann Soft. Damals spielten sie "Chill Funk", was
Guy allerdings später als "Shit Funk" schmähte, weil sie damals grausam schlecht gewesen sein sollen.
Musikalische Vorbilder damals: Santana (z.B. der Song "Hope you're feeling better"), Sly and the Family Stone
(erzählte Garv zumindest öfters bei seiner Radiosendung) und lt. visions.de Jamiroquai oder bei
drownedinsound.com die Chilli Peppers (wenn ich an "Breaking the Girl" denke, dann ist das selbst bei den
echten Elbow nicht abwegig!)
Auch hatten sie sogar eine selbstproduzierte CD damals gemacht und in Eigenregie verkauft. (würde heute bei
ebay horrende Preise kosten, wenn die immerhin noch in digitaler Form im Netz herumschwirrende Noisebox
bereits für 80 Pfund wegging)
Irgendwann wurde ihnen aber klar,  dass sie mit dieser Musik nicht weiter kommen würden, auch wenn die
damals angesagt war und sie begannen eigene Ideen auszufeilen. Und sie nannten sich in Elbow um, eine
Anspielung auf eine Szene in der britischen Serie "The Singing Detektive", laut der das Wort "Elbow" das
sinnlichste sei. (stimmt, Elllllllboooouuuuuu kann man weitaus genüsslicher sagen als z.B. "Ellenbogen" *grins*)
Ca. 1998 bekamen sie ihren ersten Plattenvertrag bei Island Records. Die wurden dann aber von Universal
übernommen und Elbow flogen raus bevor sie ihre Platte fertig hatten, bzw. sie konnten ihre gerade fertige
Platte nicht mehr veröffentlichen (es schwirrte ja zeitweilig genau DIESE Platte in den Tiefen von Ebay herum...)
Auch bei der nächsten Firma EMI wurden sie erst gesignt und wieder gedropt.
Mehr oder weniger in Eigenregie brachten sie dann die legendäre Noisebox-EP heraus.
Die EPs "Newborn" und "Any day now" (mit braunem Cover, ziemlich rar!) erschienen 2000 bei der Indie-Firma
"Ugly Man", die ebenfalls "Any day now" benamste EP mit grünem Cover kam kurz darauf bei V2 heraus, wo
Elbow endlich einen richtigen Plattenvertrag hatten.
Die erste offizielle CD kam 2001 heraus: Asleep in the Back. 2002 wurde sie erneut veröffentlicht mit dem
gleichnamigen Bonustrack. Zudem ist der Titel "Can't stop" auf der ersten Veröffentlichung noch nicht
enthalten. Lt. Credits wurde er in Peter Gabriels REAL WORLD Studios aufgenommen (ob damals auch der
Elbow-Mix von "More than this" entstand?)
Elbow wurden 2001 für den Mercury Prize nominiert und tourten sogar bis in die USA wo sie z.B. auch beim
Radiosender KCRW auftraten.
2003 kam dann die nächste CD "Cast of Thousands" heraus, welche auf ihrem Entstehungsweg auch einige
Klippen nehmen musste. Elbow waren so unter Stress, ein dem Debüt ebenbürtiges Werk zu schreiben, dass sie
alle krank wurden und erst nach drei Wochen Pause und dem Anhören alter Bluesplatten eines gewissen
Snooks Eaglin wieder fit waren. Jener Blueser hatte einst mit seiner Band eine Session aufgenommen, wo am
Anfang noch alle nüchtern, am Ende stockbesoffen waren. Dass SOETWAS aufgenommen wurde hatte Garvey so
imponiert, dass er gelassener an die Studioaufnahmen herangehen konnte.
"Cast of Thousands" wurde zumindest in Großbritannien recht erfolgreich und ein gewisser Chris Martin zählt
sie zu seinen Lieblingsplatten.
Auch diese CD gibt es in unterschiedlichen Veröffentlichungen; die amerikanische Ausgabe enthält zwei
Bonustracks, die in Europa nur als Single-B-Seiten erhältlich sind. Eine Praxis, die mich als Elbow-Süchtiger
zwar etwas befremdet, die ich aber allmählich zu verstehen beginne, allerdings sollte es dann derartiges auch
gleich für die Aussies geben, denn die sind ja am allerweitesten weg vom Schuss.
Auf der folgenden Tour sammelten Elbow neues Songmaterial. Guy erlebte auch die Schattenseiten des Erfolgs,
zumindest ist das mein Verdacht, dass deswegen die Beziehung mit der Radio 1-Moderatorin Edith Bowman
nicht mehr funktionierte. Immerhin erinnere ich mich an einige nicht gerade nette Bemerkungen in den Tiefen
des Internets über Guy, der einigen Promispießern wohl nicht "pretty enough" war um die alte B-Seite "The
Crow" mal zu zitieren. Aber laut eines Interviews mit Edith hat es auch an mangelnder gemeinsam verbrachter
Freizeit und daraus folgender Stresserkrankungen gelegen.
2005 kam dann "Leaders of the free World" heraus. 2006 bekam Guy eine eigene Radiosendung beim XFM, wo er
Musik jenseits des Hype spielte und diverse Künstler interviewte.
Ausserdem hatte er inzwischen ein Indie-Label namens "Skinny Dog Records" für welches er seinerzeit gern
Radiohead gewonnen hätte.
Elbow traten auf diversen Festivals auf und nahmen an diversen Wohltätigkeits-Samplern teil, u.a. mit dem Lied
"Snowball" und auf einer regionalen Krebshilfe-CD wo eine (zumindest für mich sehr spezielle) Liveversion
einer ihrer Titel erschien.
Seit April 2007 hat Guy beim BBC 6music eine Radiosendung, er befindet sich damit in durchaus prominenter
Gesellschaft mit einem gewissen Bruce Dickinson und keinem geringerem als Bob Dylan!
Im März 2008 erschien dann "Seldom Seen Kid". Eigentlich sollte die Veröffentlichung schon viel eher
passieren, aber der Band kam wieder so einiges in die Quere, Guy war durch eine schwere
Blinddarm-Entzündung eine Weile lahmgelegt, dann waren sie auf der Suche nach einer neuen Plattenfirma, weil
es bei V2 nicht mehr zu ihrer Zufriedenheit lief und laut einiger Interviews wurden sie auch in ihrem kreativen
Fluss gestört als ihr guter Freund Bryan Glancy viel zu jung verstarb.
Aber irgendwann lief es wieder und produziert von Craig nahm die CD endlich Formen an.
Schließlich bekamen sie einen neuen Plattenvertrag bei Fiction Records, die unter den Fittichen von
...UNIVERSAL sind! (wie war das doch mit der Urversion ihrer ersten CD....??)
Die CD stieg nach Veröffentlichung auf Platz 5 der britischen Albumcharts ein!! Und dann im September DIE
Krönung, erneut für den Mercury Prize diesmal für das beste Album  nominiert bekamen sie ihn dann auch
tatsächlich, und das zwischen illustrer Konkurrenz wie Radiohead und Robert Plant!!
Sie spielten auch wieder auf diversen Festivals wie dem Glastonbury und ihre Konzerte sind in ihrer Heimat
mittlerweile schnell ausverkauft. März 2009 traten sie gar in der Wembley Arena auf! (nicht mit dem Wembley
Stadium verwechseln, ganz so groß sind sie doch nicht)
Und dann gewannen sie den Ivor Novello Award und den Brit Award als beste britische Band bei noch
illustreren Konkurrenz wie Coldplay!
In Deutschland sind Elbow nach wie vor eher ein Geheimtip. Immerhin waren sie aber für ein paar Konzerte
Vorgruppe bei REM, leider nicht hier in Berlin, so dass ich eine weite Reise in Kauf nehmen musste. Aber über
den Brit Award schwiegen sich die Zeitungen aus und erwähnten eher die, die NICHT gewonnen hatten.
Ob ich mich darüber ärgern soll weiß ich nicht so recht, da ich kleine Clubkonzerte doch lieber mag als riesige
Hallengigs, wo man die Musiker nur noch puppengroß von weitem sieht, es sei denn man findet sich Stunden
vor dem Einlass an der Tür ein, egal ob es stürmt, schneit oder regnet. Oder man sich über unaufmerksame
Konzertteilnehmer ärgern muß, die nur die Singles kennen.

Dann haben Elbow mit dem Abbey Roads Orchester ihre gesamte Seldom Seen Kid gespielt und die
Angelegenheit auch auf CD/DVD veröffentlicht. Weitere große Touren und Konzerte fanden statt, so z.B. als
Vorgruppe von Coldplay in den USA und als Vorgruppe von U2 im richtigen Wembley! Einen kleinen Abstecher
nach Berlin gab es auch wieder, diesmal wurde die Sache sogar teilweise gefilmt und ausschnittsweise auf der
neuen offiziellen deutschen Site veröffentlicht. "Seldom Seen Kid" wurde erneut in Deutschland veröffentlicht,
diesmal mit Bonustracks und sogar als Doppel-Vinyl.
Auch die gute alte Asleep kam als Deluxe Edition auf den Markt mit Ausschnitten aus der Noisebox und einem
alten Livekonzert, sowie dem Soup Collective Film zur Asleep.
Die Drohung, nur noch in digitaler Form Musik zu veröffentlichen haben Elbow  zum Glück nicht wahr gemacht,  
von der geplanten CD und dem Zeichentrickfilm für Kinder war in letzter Zeit nichts mehr zu hören, damals hieß
es ja, dass sich ihr mittlerweile recht zahlreicher Nachwuchs beschwert hatte, dass es kaum gute Musik für
Kinder gäbe...offenbar gibt's bei ihnen nicht mal vergleichbar betuliche Künstler wie Zuckowsky und Co. und die
Teletubbies sind ja auch eher ein abschreckendes Beispiel für Kindersendungen. Wenn ich dagegen an die
Sesamstraße denke...allerdings gab es da noch dieses Lied von "Children in Need", wo die bekanntesten
Kinderfernsehensfiguren gemeinsam diverse alte und neue Pop/Rocksongs singen, u.a. "One day like this"
und...Hey Jude!! (bin ich also nicht die Einzige, die die frappierende Ähnlichkeit festgestellt hat!)
2010 kam dann noch die angekündigte Coverversion von Peter Gabriels "Mercy Street" heraus, Guy und Craig
produzierten die neue CD von I am Kloot und Guy nahm an einer Veranstaltung zum "In the City-Festival" in
Manchester teil.  Außerdem wurde eine Dokumentation für die South-Bank-Show gefilmt, wo sogar kurz eine
Aufnahme zu sehen war, wo Garv noch schlank und hellblond gefärbte Haare hatte.
Schließlich erschien 2011 "build a rocket boys!" wo Elbow wieder etwas näher an ihrem früheren Sound waren
und sogar ein 8-Minuten-Werk names "The Birds" zustande brachten, welches mich etwas darüber hinweg
tröstete, dass sie doch tatsächlich "Newborn" aus dem Live-Programm genommen hatten.
Für die deutschen Fans erschien ein an die Reclam-Hefte angelehntes Büchlein mit allen Texten der Lieder und
ins Deutsche übersetzter Kommentare.
Zur Olympiade 2012 in London durften Elbow dann eine Hymne für den BBC schreiben (nicht mit der offiziellen
Olympiade-Hymne verwechseln, die schrieben Muse)
Guy schrieb zudem gemeinsam mit Massive Attack ein paar (?) Stücke für ein Musical (!!) über King Kong (!!).
E
benfalls 2012 kam dann endlich das B-Seiten-Album "Dead in the Boot" heraus und 2013 die erste richtige
Live-Platte von ihrem Konzert im Jodrell Bank.
Das nunmehr sechste Elbow-Album "The take off and landing of everything" erschien 2014 und war noch stärker
zurück zu den Wurzeln und weg von den Stadion-mitgröhl-Hymnen. Möglicherweise verhalf der Band der Auftritt
bei der Olympiade dazu, denn dort merkten sie, dass das doch eine Welt war, die nicht so recht zu Elbow passte.
Mitte 2015 kam dann eine EP namens "The lost worker bee" und zumindest für mich recht überaschend, die
erste Solo-Platte von Guy Garvey. Auch Mark Potter hat derzeit ein Nebenprojekt, eine Folkband namens The
Plumedores.
Bei Guys Auftritt am 28.11.2015 in Berlin hieß es aber zur Beruhigung der Elbow-Fans, dass für Januar die
Arbeiten am 7. Album beginnen sollen...


Fortsetzung folgt....
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